Geschichte

Der Begriff Messe

Geschichte
Der Begriff Messe bezeichnete im Mittelalter einen einmal oder an mehreren Tagen im Jahr abgehaltenen Waren- bzw. Geldmarkt, der sich vom Jahrmarkt durch seine überregionle Bedeutung abhob. Um für eine ausreichende Nachfrage der angebotenen Handelsgüter zu sorgen, wurden die Messen meistens mit einem – von der Bevölkerung gut besuchten – kirchlichen Fest verbunden, bei welchem dem Namensgeber oder dem Schutzheiligen einer Kirche gedacht wurde. Hieraus hat sich der Name vom lat. missa = kirchlicher Festtag abgeleitet. Später entwickelten sich die Messen zu einem Anlaufpunkt für den Fernhandel, weshalb sie an geographisch besonders günstigen Orten verantsaltet wurden. Historisch gesehen sind die Orte, an denen traditionelle Mehrbranchenmessen abgehalten wurden, häufig als Messestadt bezeichnet worden. Ein bekanntes Beispiel dafür ist auch Basel.

Der Ursprung

Erstmals 1973 durchgeführt findet sich der Ursprung der Herbstwarenmesse in der Herbstmesse, dem Jahrmarkt, wieder. Die Tradition dieses Jahrmarktes reicht bis ins Mittelalter zurück. Im Anschluss an das Konzil von Basel verlieh Kaiser Friedrich III. am 11. Juli 1471 auf dem Reichstag zu Regensburg der Stadt Basel – vertreten durch den eigens angereisten Bürgermeister Hans von Bärenfels – das Privileg, alljährlich zwei grosse Handelsmessen durchzuführen, eine vor Pfingsten und eine im Herbst vor dem Martinstag. Während die Frühjahresmesse nur kurzen Bestand hatte, blieb die Herbstmesse ohne Unterbrechung bis heute erhalten. Sie ist damit der älteste Jahrmarkt der Schweiz und auch der grösste zwischen Stuttgart und Mailand.

Ursprünglich begann die Messe am Sabinentag (27. Oktober), dem Tag vor dem Namensfest der Apostel Simon und Judas Thaddäus. Sie wurde vom Stadtschreiber auf dem Kornmarkt vor dem Rathaus ausgerufen und anschliessend von zwei Ratsglocken, die im Turm der Martinskirche hingen, ein- und wieder ausgeläutet.

Seit Ende der 1920er Jahre beginnt die Herbstmesse immer am Samstag vor dem 30. Oktober. Sie wird um Punkt zwölf Uhr mittags mit dem Messglöcklein im Martinsturm eingeläutet (Martinsglöggli). Hierfür übergibt man dem jeweiligen Glöckner (früher war dies in der Regel der Sigrist, heute freiwillige Zivilisten) ein Paar Handschuhe als Glöcknerlohn. Dieser Brauch wurde im 20. Jahrhundert von der Freiwilligen Basler Denkmalpflege in Anlehnung an die früher verbreitete Entlohnung von Diensten in Naturalien eingeführt. Als Beleg, dass die Übergabe erfolgt ist, zeigt der Glöckner aus dem Turmfenster der Martinskirche heraus dem Volk auf dem Kirchplatz den linken Handschuh. Den rechten Handschuh erhält er erst nach dem Ausläuten der Messe.

In der Klangbibliothek der Klangschaften-Basel kann man das Geläut hören: www.klangschaften.ch

Und wie es heute ist

Handelte es sich bei Messen ursprünglich um Verkaufsveranstaltungen (Warenmessen), die ausschliesslich dem direkten Kauf- und Verkauf von Waren dienten, so kommen heute der Informationsaspekt und der Erlebnischarakter hinzu. Auch die Basler Herbstwarenmesse (Herbschtmäss) steht dem in nichts nach. Mit vielen Attraktionen für die ganze Familie wird den Besucher Inspiration und Abwechslung geboten. Zudem kann man sich über Neuheiten informieren, Angebote vergleichen und sich ausführlich beraten lassen.

Gleichzeitig mit der Herbstwarenmesse beginnt die Schaustellermesse (Jahrmarkt) auf sechs Plätzen in der Stadt. In anderen Teilen der Schweiz wird ein solches Volksfest auch «Chilbi» genannt, in Basel ist dieser Ausdruck jedoch nicht heimisch. In den darauf folgenden 16 Tagen bevölkern jeweils knapp eine Million Menschen den Messe-, Barfüsser-, Münster- und Petersplatz, die Rosentalanlage sowie das Kasernenareal. Neben den zahlreichen Fahrgeschäften gibt es eine Vielzahl an Buden mit kulinarischen Angeboten und Süssigkeiten. Der Krämermarkt (Häfelimärt) auf dem festlich geschmückten Petersplatz dauert zwei Tage länger.